die gefallenen Engel DES Doctor FausTUS

Musikalisches Kammerspiel mit Rezitationen aus Spiess’ “Historia von D. Johann Fausten” (1587) und Musik der deutschen Renaissance von Hans Newsidler, Georg Rhau, Caspar Othmayr, Hans Judenkönig u.a.

(c) Andrew Burn

Georg Faust ist müde vom ewigen Studieren, von Theologie und Gelehrsamkeit. Aber vor allem davon, dass alle Mühen umsonst bleiben und ihn desillusioniert dort zurücklassen, wo er angefangen hat, nur um die Einsicht reicher, dass Gelehrtheit und Kunst ihm weder Macht noch Ansehen gebracht haben. Auf der Suche nach der wahren Erkenntnis stösst er bald auf die Mächte der Hölle, die ihn zu einem verlockenden Bund verführen…

Die historische Figur des Alchimisten, Astronomen und Universalgelehrten Doktor Faustus inspirierte schon seine Zeitgenossen im 16. Jahrhundert zu wilden Spekulationen über dessen Bund mit dem Bösen. In der Zeit der Renaissance wurden zahlreiche Grimoires und Höllenzwänge, Bücher mit Zaubersprüchen zum Gefügigmachen von Dämonen, gedruckt, von denen einige angeblich von Faust selbst verfasst worden sind. In frühen Formen des Fauststoffes wird über dessen Pakt mit den gestürzten Engeln Luzifer und Mephistopheles in Wittenberg berichtet. In einem kammerspielhaften Konzert mit Rezitationen gehen wir Fausts Grenzgängen zwischen Himmel und Hölle, Engel und Dämonen, Menschlichem und Unmenschlichem nach: Die Ausführenden selbst werden dabei zu den Geschichtenerzählern und tauchen mit dem Publikum in die Welt des Glaubens und Aberglaubens im 16. Jahrhunderts ein.

Charlotte Nachtsheim, Sopran
Cyril Escoffier, Tenor
Giovanna Baviera, Viola da Gamba und Mezzosopran
Vincent Kibildis, gotische Harfen, Rezitation
Johanna Bartz, Renaissancetraversflöten, Rezitation

(5 Musiker*innen)

(c) P. Lamprecht/Hofhaymer-Gesellschaft Salzburg

Programmidee und -entwicklung: Vincent Kibildis und Johanna Bartz.